Ton zu 360 Grad Video der Oberammergauer Passionsspiele 2020

Die Oberammergauer Passionsspiele sind alle 10 Jahre eins der Highlights der Bayrischen Kulturszene, und sie sind kein kommerziell hochgepuschtes Event, sondern es lebt hier wirklich eine Jahrhunderte alte Tradition im besten Sinne weiter. Dementsprechend rigoros war in der Vergangenheit die Ablehnung jeglicher Video Mitschnitte, sogar Hollwood wurde einst abgeschmettert. Umso erstaunlicher, dass es nun eine 360 Ggrad VR (=Virtuel Reality) Dokumentation der Festspiele 2020 geben wird. Dazu werde ich den Ton beisteuern, und bin bereits mit der Firma "360-beyondframes" in der Vorbereitung, erste Aufnahmen haben bereits stattgefunden. Das Thema 360 Grad VR ist ähnlich wie immersive Audio ein großes Experimentierfeld, der Ton ist natürlich dem Bild untergeordnet und muß hier wirklich ganz neue Wege gehen, weil der Zuschauer immer in alle Richtungen schauen kann und nirgendwo ein Mikrofon sehen darf. Lassen Sie sich überraschen, eindrucksvoll wird es auf jeden Fall!!

Immersive Audio

Das Thema Immersive Audio hat mich in seiner Faszination gepackt und ich beschäftige mich intensiv damit. Zusammen mit den Kollegen des IAN (Immersive Audio Network) und den hervoragenden Räumlichkeiten des MSM Studios in München stehe ich mitten in der Weiterenticklung dieser Revolution des audiophilen Hörens.

Info: was ist Immersive Audio? Kurz und kanpp: es ist das Hören über eine 3-dimensionale Abspielanlage, im Normalfall sind das Lautsprecher-Kreise auf 2 Ebenen, also z.B. 7 Lautsprecher auf Hörerebene und 4 Lautsprecher deutlich höher, also "von oben". Im Kino ist das längst Standart unter dem Begriff "Dolby Atmos" oder "Auro 3D", bei reiner Musikwiedergabe ist es derzeit das heiß diskutierte Thema überhaupt, also: Forschungs- und Experimentierfeld. Bei einer Vorführung im MSM-Studio wurde ich zum ersten Mal in eine Immersive Abhörsituation "geworfen", und ich war irgendwo zwischen Entsetzen und Euphorie: Kann es, darf es ein solches Klangerlebnis geben??? Das war ein klassisches Orchester, und ich fühlte mich als ob ich der Dirigent persönlich wäre. Die Musiker saßen um mich herum und alles war so präzise und greifbar, und gleichzeitig ein solch schönes, echtes Raumerlebnis, alles einfach "mehr als möglich". Also Hexenwerk? Schadhaft für den, der das echte Konzerterlebnis über alles stellt? - Nach einigem Grübeln in Grundsatz ästhetisch-moralischen Fragen kam ich zu dem Schluß: nein! Dem muß man sich stellen, das bereichert die Kunst, es ist eine konsequente Weiterentwicklung unserer Hochkultur.

Julia Fischer

Seit 2016 nehme ich mit Julia Fischer für ihren "Julia Fischer Club" ausgewählte Kammermusik Werke im großen Saal der Musikhochschule München auf. Die Arbeit mit ihr ist sehr anregend, ihr mitreißendes Temperament ist nicht nur auf der Bühne präsent, sie ist einfach so. Toll!

Bisher erschienen:

- Eugène Ysaye: alle 6 Solosonaten, flankiert von dessen Insppirationsquelle zu jeder Sonate (Bach, Enescu, Quiroga, Crickboom, Kreisler) z.T. gemeinsam mit Pianist Henri Bonamy

- César Franck Sonate mit Pianist Aris Alexander Blettenberg

- Karol Szymanowski Sonate d-moll op. 9 mit Pianist Aris Alexander Bletternberg

- Dmitri Schostakowitsch: fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier mit Kirill Troussov und Henri Bonamy

- Sergej Prokofjew: Sonate für 2 Viollinen op 65 mit Kirill Troussov